Europäische Impfwoche: Impfen schützt vor Infektionskrankheiten

Seit der Gesundheitsreform 2007 sind viele Impfungen Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen“, erklärt Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, anlässlich der dritten
Europäischen Impfwoche. Die Impfwoche beginnt am 21. April 2008 und ist eine Initiative des Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Konsequenzen von ungenügenden
Impfquoten und Impflücken sind derzeit wieder offenkundig: infolge des seit Monaten andauernden Masernausbruchs in der Schweiz wurden eine Reihe von Infektionen nach Deutschland eingeschleppt und verursachten Krankheitsausbrüche. „Masern sind eine sehr ansteckende fieberhafte Virus-
erkrankung, bei der schwere Komplikationen auftreten können, die in seltenen Fällen tödlich enden“ sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. So mussten im Jahr 2006 bei einem großen
Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1.500 Erkrankten rund 15 Prozent der Patienten ins Krankenhaus.

Nur bei hohen Impfquoten besteht die Chance, einzelne Krankheitserreger weltweit auszurotten. Deutschland hat sich dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation verpflichtet, bis zum Jahr 2010 die
Masern zu eliminieren. Dafür müssten 95 Prozent aller Kinder zweimal geimpft sein. Zwar sind die Impfquoten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und lagen 2006 bei Schulanfängern für die erste Masernimpfung bei 94,5 Prozent und für die zweite Masernimpfung bei 83,2 Prozent (in den alten Bundesländern 94,1 beziehungsweise 80,1 Prozent, in den neuen Bundesländern 97,4 beziehungsweise 88,5 Prozent), aber sie sind insgesamt noch zu niedrig, und es bestehen
Lücken.
Besonders groß sind die Lücken bei den Jugendlichen. Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des RKI zeigte, dass bei rund einem Viertel aller Schüler ab elf Jahren die zweite Impfung fehlte.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert über das Thema Impfen in allen ihren Angeboten zu Früherkennungsuntersuchungenim Kindes- und Jugendalter (U1 bis U9 und
J1), denn Früherkennungsuntersuchungen sind gleichzeitig auch Impftermine. „Gerade die Verbesserung des Impfschutzes in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen stellt eine große Herausforderung dar“, erklärt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung. „Die Jugenduntersuchung J1 ist deshalb ein wichtiges Angebot für junge Menschen, um sie für ihre eigene Gesundheit zu interessieren und sie zu motivieren, ihren Impfstatus
aufzufrischen.“ Bei einer Impfung wird keine Praxisgebühr fällig.

Häufig sind Impflücken die Folge von Nachlässigkeit. Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 16/2008 wird über ein Pilotprojekt des Gesundheitsamtes Pfaffenhofen zur Impferinnerung berichtet. Mit
diesem“Recall-System“ ist es gelungen, die Impfqoten deutlich zu erhöhen. In manchen Fällen werden Impfungen aber auch bewußt abgelehnt. Die häufigsten Fragen zu Schutzimpfungen und die wissen-
schaftlich fundierten, allgemeinverständlichen Antworten finden sich auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts und Paul-Ehrlich-Instituts. Robert-Koch-Institut