EHEC: Warnung vor Tomaten, Gurken und Blattsalaten aufgehoben

(mko) Der Chef des Robert-Koch-Instituts Professor Reinhard Burger hält es für möglich, dass die EHEC-Infektionsquelle bereits versiegt ist. Dies stehe aber noch nicht fest. Denkbar sei auch, dass die betroffenen Lebensmittel nur über einen bestimmten Zeitraum mit dem Bakterium in Kontakt gewesen seien. Es gebe noch Klärungsbedarf.

Die Warnung vor Tomaten, Gurken und Blattsalaten ist aufgehoben. Dies sei geschehen, weil die Quelle des EHEC-Erregers auf Sprossen aus einem niedersächsischen Betrieb eingegrenzt werden konnte, sagte Andreas Hensel. Verbraucher sollten Sprossen weiterhin keinesfalls roh verzehren. Auch sollten alle Vorräte an Sprossen oder anderen Lebensmitteln entsorgt werden, die aus dem Bio-Betrieb „Gärtnerhof“ im niedersächsischen Bienenbüttel stammten, sagte Hensel.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) bezeichnete den Bio-Betrieb als „die Spinne im Netz“. Offenbar hätten mindestens 80 Opfer der Seuche in ganz Deutschland Sprossen zu sich genommen, die dort gezogen wurden. Eine Verunreinigung des Betriebs sei durch den Kauf verunreinigten Saatguts oder auch mangelnde Hygiene der Mitarbeiter denkbar, die den Erreger mitgebracht haben könnten.

Einen terroristischen Hintergrund für die in Deutschland grassierende Erkrankungswelle hält der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, dann auch für ausgeschlossen. Es gebe „keinerlei Anzeichen, die auf einen terroristischen Hintergrund hindeuten“, sagte er. Anderslautende Mutmaßungen seien Verschwörungstheorien.

EHEC ist die Abkürzung für enterohämorrhagischen Escherichia coli, der bei bakteriellen Darminfektionen mit auftreten kann. Unter Umständen können schwere Komplikationen wie akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und ein Mangel an Blutplättchen auftreten. Das Robert-Koch-Institut gibt in diesem Zusammenhang folgende Empfehlungen: