Chlamydieninfektion: Weniger dauerhafte Komplikationen als angenommen

(mko) Weltweit gehört der Schleimhautparasit Chlamydia trachomatis mit 92 Millionen Neuerkrankungen zu den häufigsten Erregern sexuell übertragbarer Erkrankungen bei Frauen. Eine Studie aus Bern belegt aktuell, dass ernsthafte Komplikationen bei einer Clamydieninfektion doch seltener auftreten, als bisher angenommen. Bisher glaubte man, dass bei jungen, infizierten Frauen eine erhöhte Gefahr einer Eileiterschwangerschaft und das Risiko der Unfruchtbarkeit besteht. Die aktuelle Studie basiert auf einer rückwirkenden Analyse der Zahlen einer schwedischen Studie (Chlamydien-Sreening) aus Uppsala mit 44.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren von 1985 bis 1999 und zeigt, dass die Gefahr für bleibende Schäden durch die Erreger doch wesentlich niedriger sind: eine Eileiterschwangerschaft erleiden demnach nur 2,7 Prozent und das Risiko der Unfruchtbarkeit nur 6,7 Prozent. Bisher war man von 40 Prozent ausgegangen (bei unbe-handelten Infektionen chronischer Unterleibsentzündungen und die damit verbundenen Folgen für die Gebärfähigkeit).