Aufklärung zur Arthrose

Eine umfangreiche Infokampagne mit Infobroschüre, Risiko-Check und Expertenforum startet jetzt die Rheuma-Liga.
Ob Knie, Hüfte, Schulter oder Finger, Arthrose kann sehr schmerzhaft sein. Aber nicht jeder ältere Mensch ist gefährdet. Ob man zu den Risikogruppen zählt, kann man jetzt im Internet der Deutschen
Rheuma-Liga herausfinden: Rheuma-Liga http://www.rheuma-liga.de. Unter dem Motto „Arthrose? Wir helfen weiter“ beginnt die Deutsche Rheuma-Liga am Welt-Rheuma-Tag, 12.10., eine zweijährige Kampagne, die sich an Arthroseerkrankte wendet.

Arthrose ist die häufigste Erkrankung des rheumatischen Formenkreises. Dabei wird der Gelenkknorpel angegriffen. Überbeanspruchung, Fehlhaltungen, Sportverletzungen oder genetische Veranlagung können Auslöser sein. Am häufigsten betroffen sind tragende Gelenke wie Knie- und
Hüfte, aber auch die Fingergelenke. Der Knorpel wirkt im gesunden Gelenk wie ein Gummipuffer. Gelenkschmiere hält ihn weich und geschmeidig. Bei zu wenig Bewegung, extremer Beanspruchung oder altersbedingt trocknet der Knorpel im Laufe der Jahre aus und rubbelt sich ab wie ein Radier- gummi. Das Gelenk fängt an zu schmerzen, entzündet sich, schwillt an. Oft wird die Arthrose erst jetzt
schmerzhaft bemerkt.

Eine Broschüre informiert über das Krankheitsbild, Therapie- und Selbsthilfemöglichkeiten. Die Broschüre kann kostenlos bei den Verbänden über eine neue Hotline bestellt werden: 01804 – 60 00 00 (20 Cent pro Gespräch aus dem deutschen Festnetz). Im Internet stehen Experten vom 12. bis zum 21. Oktober 2007 Ratsuchenden zur Verfügung.
Mit der Kampagne will die Deutsche Rheuma-Liga zudem Schwachstellen in der Versorgung benennen, denn: „An Arthrosekranken wird derzeit viel zu viel herumgedoktert“, kritisiert Rotraut Schmale-Grede, Vizepräsidentin des 250.000 Mitglieder zählenden Selbsthilfeverbands.
Es gebe zwar nationale und internationale Therapieleitlinien, aber keiner prüfe, ob diese auch eingehalten würden. Mit besonderer Skepsis betrachten die Rheuma-Liga und ihre Experten auch die wachsende Zahl von Produkten aus der Sparte der Nahrungsergänzungsmittel und die
zunehmende Zahl operativer Eingriffe ins Knie (Arthroskopien), für die vielfach die Indikation fehle. Zur Linderung der Schmerzen taugen Medikamente, Physiotherapie und bei weit fortgeschrittener Zerstörung des Gelenkknorpels hilft das künstliche Gelenk. Siehe auch Serviceleiste: Buchtipp: Arthrose .

Daneben könnten die Betroffenen selbst aktiv werden, rät die Rheuma-Liga. „Gewichtsreduktion, Bewegung ohne Belastung, Sport- und Bewegungstherapie beugen einer Verschlechterung der Arthrose vor.“

Fünf bis sechs Millionen Menschen leben in Deutschland mit starken Beeinträchtigungen infolge von Arthrose. 340.000 Patienten entschieden sich 2006 für ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk. So viele wie nie zuvor. Allein die Kosten der ambulanten Therapie bei Arthrose beziffern sich auf 7,5 Milliarden Euro pro Jahr (GKV Stand 2002). Dr. Axel Reimann, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bund,
berichtet von 60.000 stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitation bei Arthrose. „Das entspricht einem Viertel der Rehabilitationen aller Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems.“ 2006
wurden durch die Deutsche Rentenversicherung 8.200 Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund arthrotischer Krankheiten ausgesprochen, das sind 5,2 Prozent aller Erwerbsminderungen.

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