Ab 1. Juni 2013 droht Wechsel von Schmerzmedikamenten

(mko) In Deutschland gibt es 11 Millionen Menschen, die dauerhaft Schmerzen haben: Kopf-, Gelenk-, Rücken-, Nerven- oder Narbenschmerzen. Nur ganze zwei Prozent werden von Ärzten betreut, die sich im Bereich Schmerztherapie spezialisiert haben.
Ab 1. Juni 2013 gelten auch für Schmerzmedikamente neue Rabattverträge der Krankenkassen, d.h. Patienten bekommen in der Apotheke nicht das auf dem Rezept ausgewiesene, sondern das Medikament des Vertragspartners. Trotz gleichen Wirkstoffs kann sich dieses in Wirkung und Verträglichkeit allerdings unterscheiden. Der Wechsel auf ein Austauschpräparat kann für Schmerzpatienten sehr problematisch sein. Eine neue Ratgeber-Karte zum Thema „Austausch von Opioiden“ klärt betroffene Schmerzpatienten auf, was sie beim Medikamentenaustausch beachten sollten. Denn, so die Initiative Schmerz messen – eine Kooperation der Deutschen Schmerzliga e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. – das Gleiche ist nicht Dasselbe. Patienten sollten beispielsweise den behandelnden Arzt über den Austausch informieren, damit er über Konsequenzen und mögliche Risiken eines Arzneimittel-Austauschs aufklären kann. Außerdem hat der Arzt die Möglichkeit, einen Medikamentenaustausch zu verhindern, indem er auf dem Rezept das Kreuz bei „aut idem“ setzt. Fehlt das Kreuz, sollten Schmerzpatienten ihren Arzt aktiv darauf ansprechen.
Ratgeber-Karte und weitere Informationen kostenlos zum Download unter:

www.schmerzmessen.de

Hintergrund:
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